Selbsthilfefreundliches Krankenhaus
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Endometriose Zentrum

Die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe wurde als erste österreichische Institution als Endometriose-Zentrum der Stufe III zertifiziert

 

 

ENDOMETRIOSE

Endometriose zählt zu den häufigsten, gutartigen gynäkologischen Erkrankungen und betrifft etwa 10 % aller Frauen im gebärfähigen Alter. Die Diagnosestellung erfolgt oft erst sehr spät und nach langem Leidensweg der Patientin. International durchgeführte Studien geben einen sogenannten „Diagnostic delay“ mit bis zu 10 Jahren an, wobei sich eine ausgeprägte psychosoziale Belastung der betroffenen Patientinnen erklären lässt.

 

 

ENDOMETRIOSE-ZENTRUM

Als Zentrum für die Diagnose und Therapie von Endometriose konnte sich unsere Abteilung in den letzten Jahren international und national etablieren. Langjährige klinische Tätigkeit und auch Forschungstätigkeit führte nun zur Zertifizierung der Abteilung durch die Europäische Endometriose Liga im Sinne der Stiftung Endometriose Forschung Deutschland (SEF). Österreichweit wurde die Abteilung als erste Institution als Zentrum der Stufe III (höchste Stufe) zertifiziert.

 

Zentren müssen über weitreichende medizinische Kompetenzen verfügen und strenge Kriterien, Richtlinien sowie Verfahren in Bezug auf die Diagnostik und Therapie der Endometriose einhalten. Die Auszeichnung belegt, dass die Abteilung über weitreichende medizinische Kompetenz verfügt.

 

Die höchste Zertifizierungsstufe (Stufe III) umfasst nicht nur eine standardisierte, ausgedehnte Expertise auf dem Gebiet der Untersuchung, Sonographie, operativen Therapie und weiterführenden Beratung der Patientin sondern sie beinhaltet ebenso die Organisation eines Endometriose-Netzwerkes, die Organisation von regelmäßig stattfindenden Qualitätszirkeln, die Kooperation mit reproduktionsmedizinischen Zentren, einer Schmerzambulanz sowie Rehabilitationseinrichtungen. Auch die Übermittlung von Daten an die Stiftung Endometriose Forschung sowie regelmäßige Informationsveranstaltungen für Laien und Ärzte gewährleistet eine umfassende Patientenversorgung und Kooperation mit den niedergelassenen Fachärzten.

 

Die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe darf nun auf mehr als ein Jahrzehnt klinische, diagnostische, interdisziplinäre und auch operative Tätigkeit (gemeinsam mit der Abteilung für Allgemeinchirurgie und der Abteilung für Urologie) zurückblicken, die unter anderem die operative Behandlung von über 600 Patientinnen mit tief infiltrierender Darmendometriose beinhaltet.

Unser Zentrum versteht sich sowohl als Kooperationspartner für den niedergelassenen Facharzt/Fachärztin als auch für den Krankenhausarzt bei Fragen zur Diagnostik und Therapie, insbesondere auch bei operativen Maßnahmen.

 

Im Rahmen einer Spezialambulanz für Endometriose findet die Diagnostik bzw. Planung der weiteren Therapiemaßnahmen statt. Die operative Therapie (einer unserer Schwerpunkte) beinhaltet neben den Standardoperationen insbesondere auch die Behandlung von ausgeprägter Endometriose mit ggf. interdisziplinären, operativen Therapiemaßnahmen wie Harnblasen- oder Darmteilresektion.

Während des stationären Aufenthaltes werden die Patientinnen über die Krankheit entsprechend aufgeklärt und mit ihnen in Absprache mit den einweisenden Ärzten das weitere Therapiekonzept festgelegt. Nachkontrollen in unserer Spezialambulanz sind bei entsprechender Indikation und Wunsch der Patientin bzw. des einweisenden Facharztes erwünscht und geplant. Die Einleitung einer Rehabilitation der Patientinnen wird durch ein Spezialteam (inklusive Psychologinnen) und in Zusammenarbeit mit den Endometriose-Selbsthilfegruppen angeboten.

Das Ziel unseres Stufe III Zentrums ist es auch in Zukunft eine kompetente, interdisziplinäre und kollegiale Behandlung der Erkrankung sowie eine patientenorientierte, effektive Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Fachärzten zu gewährleisten.

 

Prim. Univ.-Prof. Dr. Jörg Keckstein

EOA Dr. Frank Tuttlies